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Die Innovative Medicines Initiative ist eine öffentlich-private Partnerschaft zwischen der Europäischen Union, vertreten durch die Europäische Kommission, und der pharmazeutischen Industrie, vertreten durch den Europäischen Dachverband der pharmazeutischen Industrie (European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations EFPIA).
Welche Forschungsgebiete werden duch IMI gefördert?
Vorrangiges Ziel dieser Public-Private-Partnership (Laufzeit 2008-2017) ist die schnellere Entwicklung von sicheren und wirksamen Medikamenten. In diesem Zusammenhang wurde eine strategische Forschungsagenda für Europa erarbeitet, die sowohl eine umfassende Strategie für den Bereich der biomedizinischen Forschung als auch einen detaillierten Fahrplan für deren Umsetzung umfasst. Die strategische Forschungsagenda beschreibt Forschungsanstrengungen, die als notwendig identifiziert wurden, um die Innovationsbarrieren im Prozess der Medikamentenentwicklung – beginnend mit der Entdeckung von neuen Targets bis hin zur Zulassung von Arzneien - zu bewältigen. Die strategische Forschungsagenda wird von relevanten Stakeholdern aus öffentlichen wie privaten Einrichtungen kontinuierlich überarbeitet und fokussiert auf die Bereiche, in denen weitere vorwettbewerbliche Forschung, die Bildung kritischer Massen sowie Kompetenzaufbau erforderlich ist.
Inhaltliche Schwerpunkte der Innovative Medicines Initiative:
  • Improving the Predictivity of Safety Evaluation (Pillar 1): Addressing predictive toxicology and risk assessment
  • Improving the Predictivity of Efficacy Evaluation (Pillar 2): Addressing predictive pharmacology, biomarkers identification and validation, patient recruitment and risk assessment
  • Knowledge Management (Pillar 3): Leveraging the potential of new technologies to analyse a huge amount of information in an integrative and predictive way
  • Education and Training (Pillar 4): Addressing gaps in expertise needed to change and support the biopharmaceutical research and development process

Die weitere Untersetzung der Themen ist der Strategischen Forschungsagenda zu entnehmen.

Welche Beteiligungsregeln gelten in IMI?  
Teilnahmeberechtigt an den durch die IMI ausgeschriebenen, vorab definierten Themenschwerpunkten (Topics) sind Rechtspersonen (kleine und mittlere Unternehmen (KMU), private und öffentliche Forschungseinrichtungen sowie Hochschulen, Patientenorganisationen und weitere gemeinnützige Einrichtungen) in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder in einem am Forschungsrahmenprogramm Assoziierten Staat. Für die Beteiligung von Unternehmen gelten die EU-Definitionen für kleine und mittlere Unternehmen. Unternehmen die diesen Kriterien nicht entsprechen, können sich auf eigene Kosten an den Projekten beteiligen. Pro Topic beträgt die Mindestteilnehmerzahl eines Konsortiums in der zweiten Antragsphase zwei Unternehmen des EFPIA-Verbundes sowie zwei Nicht-EFPIA-Partner.  
Welche finanziellen Regelungen gelten in IMI?  
Für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten können die Partner des öffentlichen Konsortiums – bezogen auf den Gemeinschaftsbeitrag aus Mitteln des 7. Rahmenprogramms – bis zu 75% der direkten erstattungsfähigen Kosten, Managementaktivitäten bis zu 100% geltend machen. Die indirekten Kosten (Overhead) können maximal 20% der direkten Kosten betragen.  
Wie verläuft die Antragsstellung in IMI?  
Es wird, basierend auf einem jährlichen Umsetzungsplan, der vom IMI Board verabschiedet wird, jährlich einen Aufruf zur Einreichung von Expressions of Interest (EoIs) geben (Stage 1). Die EoIs müssen hierbei schon „vorab“ definierte Schwerpunktthemen (Topics) mit bereits feststehenden EFPIA-Konsortien adressieren, die mit dem Aufruf offiziell veröffentlicht werden. An diesem Aufruf können sich Verbünde bestehend aus Nicht-EFPIA-Partnern wie öffentlichen Forschungseinrichtungen, Universitäten, KMU, Patientenorganisationen, Zulassungsbehörden usw. beteiligen. Unternehmen, die nicht der EFPIA angehören, können sich ebenfalls auf Eigenfinanzierungsbasis in Konsortien einbringen. Die Aufrufe werden auf den IMI-Webseiten der Europäischen Kommission und EFPIA veröffentlicht. Die Einreichfrist nach Veröffentlichung des Aufrufs soll drei Monate betragen. Folgende Inhalte soll das EoI darstellen:  

Zusammensetzung des öffentlichen Konsortiums

  • Abstract (1/2 Seite)
  • Wissenschaftlicher Teil (3 Seiten)
  • Wissensmanagement (1/2 Seite)
  • Training und Ausbildung (1/2 Seite)
  • Offene Fragen (1/2 Seite)
  • Budgetplan (1/2 Seite)
 
Welche Themen werden im ersten Call abgedeckt?  
Folgende Themenschwerpunkte werden voraussichtlich für den 1. Call vorgeschlagen:  
  • Improved predicitivity of immunogenicity
  • Non-genotoxic carcinogenesis
  • Expert systems for in silico toxicity prediction
  • Improved predicitivity of non-clinical safety evaluation
  • Qualification of translational safety biomarkers
  • Strengthening the monitoring of the benefit/risk of medicines
  • Iselt cell research
  • Surrogate markers for vascular endpoints
  • Pain research
  • New tools for the development of novel therapies in psychiatric disorders
  • Neurodegenerative disorders
  • Understanding severe asthma
  • COPD patient recorded outcomes
  • Education and training in various disciplines (e.g. safety sciences, pharmaceutical medicine and pharmacovigilance)

Die Topics des ersten Calls werden zur Zeit noch zwischen der Europäischen Kommission und EFPIA abgestimmt.

 
Wann werden die ersten Forschungsprojekte beginnen?  
Der jährliche Umsetzungsplan der IMI sieht vor, dass die ersten Projekte mit Unterzeichnung der Zuwendungsvereinbarung im Dezember 2008 beginnen werden. Der zweite IMI-Aufruf ist für Januar 2009 geplant.